Das Kommandofahrzeug dient als Führungsfahrzeug und ist das „Werkzeug“ des Einsatzleiters an der Einsatzstelle. Es wird vor Ort als solche mit einem roten Blitzlicht gekennzeichnet. Dieses Fahrzeug fährt meistens als erstes mit mindestens zwei Mann zur Lageerkundung aus.
Das Kommandofahrzeug ist zudem für den Transport von Mannschaft und kleinerer Ausrüstung, sowie als mobile Einsatzleitstelle bzw. Atemschutzsammelstelle konzipiert. Von diesem Fahrzeug werden die Abläufe eines Einsatzes koordiniert und dokumentiert.
Auch die Atemschutzsammelstelle kann hier eingerichtet werden, an welcher sich die eingesetzten Atemschutztrupps an- und abmelden.
Im Fahrzeug befinden sich Feuerlöscher, Verkehrsleiteinrichtungen, sowie eine umfangreiche Erste-Hilfe Ausrüstung mit Defibrillator, es verfügt über mehrere Kommunikationsmittel (Funk, mobiles Internet am Tablet) und ist mit Straßen- und Wasserkarten, sowie mit Brandschutzplänen ausgestattet.
Durch die Anhängerkupplung ist es uns möglich, unseren Anhänger mitzunehmen und je nach Einsatzart Verkehrstafeln, Ölbindemittel und div. Geräte an den Einsatzort nachzubringen.
Das Fahrzeug wird auch bei Personenrettung aus Liftanlagen, Wespenbekämpfung, Verkehrs - Lotsentätigkeit und Türöffnungen eingesetzt.
Das Fahrzeug im Überblick
Technische Daten
Taktische Bezeichnung | Kommandofahrzeug KDOF-A |
Fahrzeugmarke | MAN TGE 4x4 (langer Radstand, Hochdach, Allrad) |
Baujahr | 12/2022 |
Leistung | 176 PS / 130 KW |
Gesamtmasse | 3.500 kg |
Hersteller | MAN / Aufbauer: ATOS-MT |
Ausbau | Bott Regale, Signalanlage - Tritec Eurosignal |
Besatzung | 8 Mann |
Funkrufname | Kommando Pfarrkirchen |
Ausrüstung
Lotsenausrüstung: Überwurf in Leuchtfarbe, Winkerkelle, Lampe mit Signalaufsatz
Mobile Einsatzleitstelle: zwei ausklappbare Tischschälften als Schreibfläche, Whiteboard für Lagedarstellungen, Überwürfe für Einsatzleiter - Leiter Atemschutzsammelstelle - Einsatzabschnittsleiter, Ordnerregal, Feldstecher, Teekocher und Kaffeemaschine für längere Einsätze
Kommunikation & Dokumentation: Freisprecheinrichtung, Tablet, Laptop, Drucker, Einsatzunterlagen, Brandschutzpläne, Lagekartensymbole
Umfeldbeleuchtung: Am Heck und seitlich zur Beleuchtung der Einsatzstelle und Fahrzeuges
Verkehrswarneinrichtung: Zum Warnen des nachkommenden Verkehrs und der Verkehrsleitung (bei eingeschaltetem Blaulicht geht diese am Einsatzort in den Warnmodus über)
Triopan und Verkehrsleitkegel: Absicherung der Einsatzstelle bei Verkehrsunfällen
Feuerlöscher und Löschdecke: zur schnellen ersten Brandbekämpfung
Lautsprecheranlage und Megaphon: zur Verständigung der Bevölkerung im Katastrophenfall, Sprachrekorder (mit vordefinierten Textbausteinen zur Sprachdurchsage)
Fahrzeugfunk: mit Sprechstelle für Beifahrer oder beim Schreibtsch aus bedienbar
Handscheinwerfer: Taschenlampen zur schnellen Erkundung in der Nacht
Defibrillator: Zur Laien-Defibrillation wenn kein Rettungsdienst vorhanden ist
Leichter Atemschutz: Zur ersten Erkundung durch den Einsatzleiter
Einsatzbereiche
- Erkundungsfahrzeug (erstausrückend zur Lageerkundung des Einsatzleiters)
- Einsatzleitung (zur Hilfe des Einsatzleiters im und außerhalb des Pflichtbereiches zb. Einsatzsführungsunterstützung)
- Mannschaftstransporter (Austausch der Mannschaft bei längeren Einsätzen, Ausflügen und Bewerben)
- Jugendtransporter (zu Ausflügen und Bewerben)
- Wespeneinsätze (Erkundung und Transport der Schutzausrüstung)
- Verkehrs- und Lotsentätigkeit (bei Veranstaltungen oder Einsätzen)
- Sicherungsfahrzeug bei Umzügen (Pufferfahrzeug)
- Evakuierungsfahrzeug (F-KAT, Altenheime, Sonderkrankenanstalten, Flutwelle Klaus, Schule, uvm.)
- Materialtransport (Nachschub bei kleinen Einsätzen)
- Versorgungsfahrzeug (bei längeren Einsätzen außerhalb des Pflichtbereiches mit Getränken, Kaffee, Tee)
- Anhängerfahrzeug (zum Ziehen unserer zwei Anhänger)
- Fahrten für Besprechungen und Schulungen (Kurs in der Landesfeuerwehrschule)
- Zubringerfahrzeug für unseren Höhenretter (bei Einsätzen der Höhenrettungstruppe)
- Atemschutzsammelplatz und Dokumentation außerhalb des Pflichtbereiches
- First Responder Fahrzeug (überbrückt den hilfeleistungsfreien Intervall, bis der Rettungsdienst eintrifft)
- Mannschaftstransport und Begleitfahrzeug bei Sucheinsätzen
- Bei Bewerben als Unterstützung bei Staffellauf, zur Zeitnehmung und Dokumentation
Aufbau und Lagerung durch Regalsystem für diverse Einsatzbereiche
Lade Erste-Hilfe: Defi, Wolldecke, Rettungstasche, Rettungstuch
Lade Technisch: Leitkegel, Weitwarnblinkleuchten, Absperrband, Abschleppseil, Ölvlies
Lade Brand: Atemschutzmaske mit CO-Filter, Löschdecke, Megaphon
Lade Versorgung: Wasserflaschen, Kaffeemaschine, Wasserkocher, Becher
Lade Hygiene: WC-Papier, Desinfektion, Flächendesinfektion, Seife, Papierhandtücher, Handschuhe
Lade Ladungssicherung: Ratschengurt, Zurrgurte, Sicherungsnetz
Lade Überwürfe: 2x Abschnittsleiter Überwurf, Atemschutzsammelstelle Überwurf, Warnüberwürfe Feuerwehr, Beobachter Überwurf
Lade Büro: Drucker, Schreibmaterial, Einsatztablett, Fernglas, Lagetafelscheinwerfer uvm. (von vorne entnehmbar)
Lade Pläne: Brandschutzpläne, Wasserkarten, Straßenpläne, Gaskarten, diverse Infos. (von vorne entnehmbar)
Technische Details
Das Fahrzeug wurde bereits zukunftsorientiert aufgebaut, für digitale Einsatzführung wie Laptop und Drucker. Am Dach wurde bereits die taktische Beklebung für die Drohneneinheiten visualisiert.
Ebenfalls kann sich der Einsatzlenker voll auf das Lenken des Fahrzeuges konzentrieren, da das Folgetonhorn mittels Hupenring zum Ein- und Ausschalten durchgeführt wurde. Hier hat er auch das volle Blickfeld im Einsatzgeschehen, da er den Helm auf der extra vorgesehenen Helmhalterung lagern kann.
Auch auf die Sicherheit wurde gedacht und ein CO/O² Warner für die Lageerkundung des Einsatzleiters angeschafft. Ebenfalls hat der Lotse (Sicherungsdienst) bei der Anfahrt schon alles griffbereit, da sich bei der verkehrsarmen Seite sich die Winkerkelle (Anhaltestab), das Triopan (Warndreieck) und sich der Lotsenüberwurf (hoch Reflektierend) befindet.
Zur Versorgung mit Material, wurde im hinteren Bereich darauf geachtet, dass eine Europalette (800x1200mm) Platz haben muss. Hier geht es um die leichte Be- und Entladung des Nachschubes.
NEU ist auch die Steuerung von Eurosignal, hiermit können die Warnbalken für Blaulicht, Rotlicht und Grünlicht sowie auch die Warnanlage im Heck gesteuert werden. Ebenfalls können hier auch die Lautsprecherdurchsagen und auch vorprogrammierte Texte zur Abschallung gebracht werden. Mit einer eigenen Taste kann auch das Rückzugsignal mittels Airhorn als Dauerton gegeben werden.