Die erste Feuerspritze wird angeschafft

1855 kam ein kaiserlicher Erlass heraus, welcher die Gemeindevertretung dazu verpflichtete, für jeden Ort eine Feuerspritze anzuschaffen und entsprechende Leute zur Bedienung dieser bereitzustellen. In Pfarrkirchen wurde eine solche Feuerspritze ca. 1859 angeschafft. Aus Platzgründen waren aber die dazugehörigen verschiedenen Brandbekämpfungsgerätschaften über den ganzen Ort verstreut.

Da dies für die gezielte Brandbekämpfung sehr erschwerlich war, ist in den Aufzeichnungen vom 10.6.1867 zu lesen:

„Alle Feuerwehrrequisiten, die zur Feuerspritze gehören, sind immer im Feuerspritzenlokal aufzubewahren".

Erstes Feuerspritzenlokal

Dieses Feuerspritzenlokal befand sich von 1859 bis 1901 im Gasthaus Pichler, heute GH Mayrbäurl, im Schuppen wo die Landauer untergestellt waren.

Eine Spritze und das dazugehörige Spritzenlokal macht aber noch keine Feuerwehr. Die Spritze wurde von einer mehr oder minder privaten Löschgruppe bedient.

Einsätze sind gescheitert, weil es keine Verantwortlichen gab oder weil gerade niemand da war, der die Spritze hätte bedienen können. Ein weiteres Problem in der damaligen Zeit war der Transport der Feuerspritze. Niemand war zum Zugdienst verpflichtet, und so mussten oft zuerst Pferde gesucht werden. Dies konnte zu einer zeitraubenden Angelegenheit werden, da diese Tiere im Einsatz am Felde standen und erst umgespannt werden mussten. Hierauf kam man allgemein zur Einsicht, dass eine Spritze allein noch nicht genügt, sondern dass eine Feuerwehr her muss, welche sie befördert, wo jemand zum Zugdienst eingeteilt ist und wo es Verantwortliche für die Brandbebekämpfung gibt.

Standort des ersten Feuerspritzenlokals


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Hinweis

Dieser Bericht erschien in der Festschrift "100 Jahre FF Pfarrkirchen" (1994). Ing. Robert Hiesmayr jun. hat diese Berichte in aus den Archiven hervorgesucht und mit Erzählungen der Kameraden Franz Waglhuber sen (+2004) und Johann Mayrbäurl (+2002) ergänzt. Vielen Dank dafür!